Wege der Transformation

Hier erzähle ich von den Veränderungen in meinem eigenen Leben und von Erfahrung von Menschen, die ich auf ihrem Weg begleiten durfte.

Mein Weg der Transformation

Wenn wir auf unser Leben schauen, richten wir unseren Blick oft auf das, was noch nicht funktioniert oder was sich noch nicht verändert hat.

Dabei vergessen wir manchmal, wie weit wir bereits gegangen sind.

Als ich eines Tages bewusst auf mein eigenes Leben geschaut habe, wurde mir klar, wie viele Dinge sich bereits verändert haben.

Viele Menschen, entwickeln nach schwierigen oder traumatischen Erfahrungen Schutzmechanismen. Das Nervensystem versucht uns zu schützen. Man trennt sich innerlich vom Körper – oft ohne es bewusst zu merken. Man funktioniert, lebt weiter, aber die Verbindung zum eigenen Körper wird schwächer.

Diese Trennung kann viele Formen annehmen: Dissoziation, ein Gefühl von Abstand zur eigenen Realität oder auch Verhaltensweisen wie Alkohol oder Überessen, um Gefühle nicht spüren zu müssen. Auch ich habe solche Mechanismen gekannt.

Eine große Veränderung in meinem Leben begann, als ich weniger dissoziierte und die Realität klarer wahrnahm. Ich sehe Menschen heute viel klarer, so wie sie wirklich sind. Früher habe ich versucht, Menschen zu gefallen oder ihnen zu beweisen, dass ich gut bin – selbst wenn sie mir nicht gut getan haben.

Heute kann ich Dinge realistischer sehen und mich selbst besser schützen.

Eine weitere wichtige Veränderung war meine Verbindung zu meinem Körper. Heute spüre ich meinen Körper viel bewusster. Ich nehme wahr, wie er sich verändert, was ihm guttut und was nicht.

Eine weitere große Veränderung betrifft meine Beziehung zum Essen.

Es gab Zeiten in meinem Leben, in denen Essen für mich nicht nur Nahrung war. Manchmal habe ich gegessen, bis ich kaum noch konnte. Ich habe eine Pause gemacht und dann weitergegessen.

Ein Teil von mir wollte sich damit sogar bestrafen. Ein anderer Teil suchte im Essen Trost. Essen war wie ein Freund, der mich nicht verurteilt hat. In dieser Zeit habe ich insgesamt 44 Kilo zugenommen.

Heute lerne ich Schritt für Schritt, eine neue Beziehung zum Essen zu entwickeln. Essen ist für mich immer mehr Genuss und Ernährung, nicht mehr ein emotionaler Trost.

Mein Körper und ich lernen wieder, miteinander zu arbeiten.
Und auf diesem Weg habe ich bereits 20 Kilo abgenommen.

Ich habe auch gelernt, Grenzen zu setzen. Ich kann heute Nein sagen. Ich habe toxische Kontakte beendet und gelernt, Menschen ihren Platz zu lassen – respektvoll, aber klar.

Früher war ich oft auf der Suche nach Liebe und Bestätigung im Außen. Heute spüre ich etwas anderes: wenn ein Mensch in mein Leben kommt, der wirklich zu mein Leben passt, ist das schön. Aber ich brauche keine chaotischen oder oberflächlichen Beziehungen oder Freundschaften mehr.

Auch mein Alltag hat sich verändert. Früher gab es viel Chaos in meinem Leben – innerlich und äußerlich. Heute liebe ich Ordnung. Ich räume gerne auf, halte meine Wohnung klar und ruhig und kann mich leichter von Dingen trennen, die ich nicht mehr brauche.

Auch mein Umgang mit Geld hat sich verändert. Früher habe ich Entscheidungen oft impulsiv getroffen und Schulden gemacht. Heute gehe ich bewusster mit Geld um und überlege mir gut, wofür ich etwas kaufe.

Ein weiterer wichtiger Schritt war mein Umgang mit Alkohol. Früher konnte ich, wenn ich einmal angefangen hatte zu trinken, nur schwer aufhören. Heute trinke ich selten. Wenn ich ein Glas Wein trinke, spüre ich sehr deutlich, wie mein Körper reagiert – und das reicht mir.

Auch meine Beziehung zu meinen Gefühlen hat sich im Laufe der Zeit verändert. Es gab ein Phase in meinem Leben, in der ich mit Depressionen zu kämpfen hatte. Ich bin abends ins Bett gegangen mit dem stillen Wunsch, am nächsten Morgen einfach nicht mehr aufzuwachen.

Heute ist das nicht mehr so. Heute liebe ich das Leben. Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich traurig bin. Doch heute weiß ich, dass auch zum Leben gehört. Das Leben ist nicht jeden Tag Sommer oder Frühling. Es gibt auch Winter und Herbsttage und das ist vollkommen in Ordnung.

Heute habe ich wieder Freude am Leben. Ich bin offen, neugierig und spüre eine tiefe Lust zu leben.

Viele Menschen verschließen sich nach schmerzhaften Erfahrungen. Sie sagen: „Alle Männer sind so“, „alle Frauen sind so“ oder „das Leben ist ungerecht“.

Ich sehe das heute anders. Ich habe gelernt zu fühlen, dass das Leben auf meiner Seite ist. Deshalb bleibe ich offen für neue Begegnungen, neue Erfahrungen und neue Verbindungen.

Vielleicht die wichtigste Veränderung von allen meine Beziehung zu mir selbst.

Ich liebe mich heute.
Ich respektiere mich.
Ich stelle mich selbst an erste Stelle.

Nicht aus Egoismus, sondern aus einem tiefen Verständnis heraus:
Wir können anderen nur das geben, was wir selbst in uns tragen.

Mein Weg der Transformation ist noch nicht abgeschlossen. Aber jeder Schritt hat mich näher zu mir selbst gebracht.

Wege der Veränderung meiner Klienten und Klientinnen:

Michaels Weg

Michael kam zu mir in einer Zeit, in der es ihm wirklich nicht gut ging.
Er war oft traurig, hat viel geweint und war gleichzeitig sehr wütend auf die Welt. Er hatte das Gefühl, dass alles gegen ihn ist und dass er keinen Platz im Leben findet.

Am Anfang unserer Arbeit ging es nicht darum, etwas zu „reparieren“.
Zunächst ging es darum, dass er wieder bei sich selbst ankommt.

Schritt für Schritt hat Michael gelernt, seinen Körper besser wahrzunehmen und zu verstehen, was eigentlich in ihm passiert. Hinter seiner Wut lag viel Schmerz – aber auch eine große Sehnsucht nach Verbindung und nach einem echten Platz im Leben.

Mit der Zeit wurde er ruhiger und klarer.
Heute ist er viel offener, steht mehr zu sich selbst und sieht auch seine eigenen Werte.

Für mich ist es immer wieder berührend zu sehen, wie ein Mensch wieder Zugang zu seiner eigenen Kraft findet.

Anas Weg

Ana kam zu mir mit einem großen Wunsch:
Sie wollte eine Familie.

Sie hatte lange gehofft, jemanden kennenzulernen, aber irgendwie hat es nie wirklich funktioniert. Mit der Zeit begann sie zu denken, dass vielleicht etwas mit ihr nicht stimmt.

In unserer Arbeit ging es zuerst gar nicht darum, einen Partner zu finden.
Es ging darum, dass Anna wieder in Verbindung mit sich selbst kommt.

Sie lernte, ihren Körper besser zu spüren, ihre Gefühle ernst zu nehmen und sich selbst mehr zu vertrauen. Schritt für Schritt veränderte sich auch ihre Haltung in Beziehungen.

Einige Zeit später lernte sie einen Mann kennen, mit dem sich eine Beziehung entwickelte ruhig und natürlich. Heute sind die beiden glücklich verheiratet und haben ein Kind.

Sabines Weg

Sabine kam zu mir, weil sie sich nur noch erschöpft fühlte.
Sie hat für alle funktioniert: für die Arbeit, für die Familie, für andere Menschen. Aber sich selbst hat sie kaum noch gespürt.

Ein Satz von ihr ist mir besonders im Kopf geblieben:
„Ich weiß gar nicht mehr, wer ich eigentlich bin.“

In unserer gemeinsamen Arbeit hat sie langsam wieder angefangen, bei sich selbst anzukommen. Wir haben viel mit Körperwahrnehmung gearbeitet und ihr Nervensystem wieder mehr in Ruhe zu bringen.

Am Anfang waren es kleine Schritte: innehalten, atmen, wahrnehmen.

Mit der Zeit wurde ihr klar, wie oft sie ihre eigenen Bedürfnisse übergangen hatte.
Heute setzt sie viel klarere Grenzen und sagt, dass ihr Leben ruhiger und bewusster geworden ist.

Peters Weg

Peter kam zu mir, weil er merkte, dass er ein Problem mit Alkohol hatte.
Nach der Arbeit hat er oft getrunken, um runterzukommen und den Stress nicht mehr zu spüren.

Am Anfang sagte er:
„Eigentlich weiß ich, dass mir das nicht gut tut, aber ich komme da alleine nicht raus.“

In unserer Arbeit ging es nicht nur um das Trinken selbst.
Wir haben gemeinsam geschaut, was eigentlich dahinter steckt – Stress, Druck und viele Gefühle, die er lange einfach weggeschoben hatte.

Peter begann zu lernen, seinen Körper wieder wahrzunehmen und anders mit seinen Spannungen umzugehen. Schritt für Schritt fand er neue Wege, sich zu regulieren, ohne zur Flasche zu greifen.

Heute sagt er, dass er viel bewusster mit sich selbst umgeht.
Der Alkohol hat nicht mehr dieselbe Macht über ihn.

Und etwas, das ich in meiner Arbeit immer wieder sehe, zeigt sich auch hier:
Die Probleme der Menschen sind oft sehr unterschiedlich. Manche kämpfen mit Traurigkeit, andere mit Beziehungen, andere mit Sucht oder innerem Druck.

Aber am Ende zeigt sich oft etwas Ähnliches.

Wenn ein Mensch neue Erfahrungen machen kann, wenn der Körper lernen darf, wieder mehr zu vertrauen, und wenn das Nervensystem mehr in Regulation kommt – dann beginnen sich viele Dinge von selbst zu lösen.

Nicht, weil jemand „repariert“ wird, sondern weil der Mensch wieder Zugang zu seiner eigenen inneren Kraft findet.

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